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Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn e. V.
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04. April 2018

Bella Italia – das Land, in dem die Melodien blühen

Giuseppe Verdis Hymne und Triumphmarsch aus der Oper Aida beschloss und krönte das diesjährige Frühjahrskonzert Bella Italia der Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn, dem an zwei Tagen fast tausend Besucher lauschten. Dieser furiose Schluss war dem gewaltigen Programm, das einen Querschnitt durch die Musik und das Land südlich der Alpen bot, nur angemessen.

FJK 2018 JBO

Das Jugendblasorchester der Blaskapelle spielt das Frühjahrskonzert unter der Leitung von Konrad Sepp und Regina Kätzlmeier.

Mit der italienischen Nationalhymne, dem dramatischen Il Canto degli Italiani, eröffnen die Blechbläser das Konzert. Das vereinigte Nachwuchs- und Jugendblasorchester mit seinen Dirigenten Konrad Sepp und Regina Kätzlmeier stellt dem Publikum sodann das schöne Mädchen mit den blonden Zöpfen vor, Bella ragazza delle trecce bionde, ein Lied aus der Feder des in die italienische Volksmusik verliebten Tschaikowski. Mit einem Geburtstagsständchen für den 90-jährigen Ennio Morricone machen die jungen Bläser einen Abstecher in die Filmmusik der Italowestern-Klassiker Zwei glorreiche Halunken und Spiel mir das Lied vom Tod. Diese blendende Glut des Sommers – der Zuhörer spürt sie förmlich auf der Haut.

FJK 2018 GBO

Das Große Blasorchester und seine Dirigentin Sonja Weese tauchen die Besucher in ein musikalisches Wechselbad der Gefühle.

Dann übernehmen das Große Blasorchester und seine Dirigentin Sonja Weese die Regie. Sie tauchen den Besucher in ein Wechselbad der Gefühle. Einem munteren Marsch über ein kleines englisches Mädchen, Inglesina, folgt eine italienische Polka vom russischen Komponisten Rachmaninow, der man mit Donizettis Romanze Una furtiva lagrima aus der Oper L’elisir d’amore eine verstohlene Träne nachweint, um sich dann atemlos Gioachino Rossinis neapolitanischer Tarantella La Danza hinzugeben.

Spätestens beim Medley italienischer Evergreens wie Azzurro, Mamma Maria, L’Italiano und Volare ist man vollends in Italien angekommen und fährt mit der einstigen Standseilbahn funiculare auf den Vesuv: Funiculì Funiculà dichtete Peppino Turco 1880 anlässlich der Einweihung der Bahn. Sein Gedicht wurde anschließend von Luigi Denza vertont. Ein Jahrhundert später lenkte die Melodie den Blick der Münchner Dixieband Hot Dogs nicht hinauf, sondern hinunter und inspirierte sie zu „Schau hi, da liegt ein toter Fisch im Wasser“.

FJK 2018 SBO

Das Symphonische Blasorchester unter Bernhard Willer begleitet den Trompetensolisten Vjeran Ježek beim „Karneval von Venedig“.

Nach der Pause, in der die Gäste Gebäck, Prosecco und Wein aus Italien serviert bekommen, geht es mit dem Symphonischen Blasorchester unter Bernhard Willer klassisch weiter. Giuseppe Verdis Ouvertüre La forza del destino aus der gleichnamigen Oper erinnert an die Macht des Schicksals und daran, dass Italien der Welt die Oper geschenkt hat. Es hat ihr auch den Karneval geschenkt, der auf die Saturnalien im antiken Rom zurückgeht und sich über die Jahrhunderte als glanzvolles Fest in Venedig erhalten hat. Zum Karneval in Venedig gehört eine Melodie, die wir als den Hut mit den drei Ecken kennen. Sie wird in acht virtuosen Variationen von Jean-Baptiste Arban bravourös vom Trompetensolisten Vjeran Ježek dargeboten.

Eine abwechslungsreiche Folge von Filmmusikstücken aus der Feder von Nino Rota weckt ein weiteres Mal Erinnerungen an unvergessliche Filmerlebnisse: Krieg und Frieden, Rocco und seine Brüder, Der Leopard, Der Pate, La dolce vita, Sunset sunrise und La Strada. Für das hervorragende Posaunensolo danken wir Tobias Ludwig und Norbert Nitzsche, der aufgrund einer Erkrankung am Sonntag kurzfristig einspringt.

Ponte Romano heißt nicht nur eine zweitausendjährige römische Brücke im Aostatal, sondern auch ein Konzertstück, zu dem das Bauwerk Jan Van der Roost inspirierte. Ein markanter Rhythmus durchdringt das Stück. Das Publikum hört und sieht vor seinem inneren Auge förmlich römische Legionen über den Ponte Romano marschieren.

FJK 2018 Zugabe

Hymne und Triumphmarsch aus Verdis Oper „Aida“ bilden als gemeinsame Zugabe von Symphonischen und Großem Blasorchester den grandiosen Abschluss des Konzertes.

Mit dem gefühlvollen Solowerk Theme for Trumpet von Michele Mangani gibt Vjeran Ježek dem Publikum eine weitere Kostprobe seines Könnens. Als Bläser auf der Empore und die Musiker auf der Bühne Hymne und Triumphmarsch aus Verdis Aida anstimmen, ein zweites Orchester und die Fernbläser aus dem Hintergrund antworten und zum gemeinsamen triumphalen Abschluss vor die Bühne ziehen, gibt es kein Halten mehr. Die Halle tobt, mit stehenden Ovationen fordert das Publikum eine Zugabe und lässt seine Musiker anschließend schweren Herzens ziehen.

Ciao, bella Italia! Dieses Konzert werden wir nicht vergessen!

 
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