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Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn e. V.
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26. Oktober 2019

Anbau abgeblasen

Der Gemeinderat von Höhenkirchen-Siegertsbrunn stoppt vorerst geplanten Bau von Räumen für die Blaskapelle. Bürgermeisterin warnt vor finanziellen Risiken

VON BERNHARD LOHR

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Der Gemeinderat von Höhenkirchen-Siegertsbrunn hat in einer von Misstönen begleiteten Sitzung am Donnerstagabend eine Erweiterung der Mehrzweckhalle an der Sigoho-Marchwart-Schule vorerst abgeblasen. Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) räumte in der Debatte, die viele Mitglieder der Blaskapelle verfolgten, ein, bei der Hoffnung auf einen Zuschuss über Monate einem Trugschluss aufgesessen zu sein. Das Fördergeld gäbe es für eine Sanierung – aber nicht für einen Bau von Proberäumen für Musiker. „Wir haben keinen Plan“, sagte Mayer mehrmals. Die Gemeinderäte reagierten mit gegenseitigen Schuldzuweisungen. Bürgermeisterin Mayer sagte, sie habe vor einem Jahr mit dem Bundesprogramm einen „Schnellschuss“ losgelassen. Auch jetzt sei man nicht in der Lage, sich für das Bundesprogramm bis zur Frist im Dezember zu bewerben, weil die Förderziele kaum noch darzulegen seien. Auch fehle ein Überblick, was man überhaupt wolle. Andere Musik-Gruppen wie das Leonhardi-Ensemble hätten auch Ansprüche auf Probe- oder Lagerräume angemeldet. Otto Bußjäger (UB) zeigte sich verärgert. „Was ist in den vergangenen elf Monaten passiert?“, fragte er. Man sei einer „Fata Morgana“ hinterhergelaufen. Als Peter Guggenberger (CSU) sagte, auch Mitglieder des Gemeinderats hätten die Förderbedingungen nicht genau gelesen, konterte Bußjäger, der erst seit März Mitglied des Gemeinderats ist: „Den Karren haben Sie an die Wand gefahren.“

Der Ärger angesichts der neuesten Entwicklung hatte auch damit zu tun, dass die Erwartungshaltung hochgeschraubt wor-den war. Die renommierte Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn erfährt einen starken Zulauf, probt aber unter schwierigen Verhältnissen in einem viel zu kleinen Raum. Als Mayer Ende 2018 verkündete, es könnte klappen, über ein Förderprogramm des Bundes zur „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ eine Million Euro für die ersehnten Proberäume zu bekommen, wurde das bei den Musikern euphorisch aufgenommen. Ein Arbeitskreis bildete sich. Doch der kann – vorerst zumindest – seine Arbeit einstellen. Zwar ist der Anbau nicht völlig vom Tisch. Doch auf die Schnelle wird nichts daraus.

Der Gemeinderat beschloss, sich von der Idee einer Finanzierung über das Bundesprogramm zu verabschieden. Auf Anraten von Guggenberger und Mindy Konwitschny (SPD) wurde aber entschieden, einen Planer damit zu beauftragen, das Anbauprojekt durchrechnen zu lassen und zu ermitteln, ob es mit Fördermitteln aus einem anderen Topf umgesetzt werden kann. Wobei sich spätestens seit der Diskussion am Donnerstagabend im Gemeinderat viele fragen dürften, wie die Gemeinde das finanzieren soll. Mayer warnte, die Finanzlage sei angespannt. Investitionen am Gymnasium und für die Realschule stünden an. Wie sich in der Sitzung am Donnerstag zeigte, rollen auch noch wegen eines Sanierungsstaus Millionenkosten auf die Gemeinde zu. Denn als sich abzeichnete, dass die Förderung über das Bundesprogramm komplizierter werden könnte als zunächst angenommen, ließ Bürgermeisterin Mayer Architektin Claudia Schreiber und einen Bautechniker die Mehrzweckhalle noch einmal genau begutachten. Und diese konstatierten an dem Gebäude, an dem die Gemeinde vor allem einen Anbau platzieren wollte, großen Sanierungsbedarf. Statt geschätzter drei Millionen Euro standen nun, vorsichtig geschätzt, gut sieben Millionen Euro an Kosten im Raum. Mancher sah am Donnerstag zehn Millionen Euro und mehr auf die Gemeinde zukommen. Sogar von einem Neubau war die Rede. Architektin Schreiber sprach von Risiken, weil ein Anbau von Proberäumen Folgekosten nach sich ziehen könnte. Und Mayer warnte: „Wir sind an der Kapazitätsgrenze von unserem Gemeindesäckel.“

 
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