Vom 9. bis zum 11. Januar 2026 fand im Berghof Agatharied ein Probenwochenende statt. Mit dabei waren fast alle Orchester, das Große Blasorchester (GBO), das Symphonische Blasorchester (SBO), das Jugendblasorchester (JBO), das Junge Blechbläserensemble (JBE) und das Holzbläserensemble (HBE).
Es war ein Wochenende voller Musik in unterschiedlichster Besetzung. Zu Beginn nach dem reichhaltigen, sehr guten Abendessen erfolgte die Einteilung in verschiedene Kleingruppen, um das Zusammenspiel zu intensivieren und um größere Sicherheit im Einzelspiel zu erlangen.
Im JBO wurden Grundlagen für allgemeine Auftritte (Konzerte in Biergärten, bei Feiern) eingeübt. Die Ensemblemitglieder sowie das GBO und SBO erarbeiteten neue Stücke und kultivierten ihr Repertoire, mit dem Ziel, das Zusammenspiel zu fördern, zu üben, zu verfeinern, aufeinander zu hören, und dies so genau wie möglich.
Am Freitag nach einer mehr oder weniger langen und heiteren Vorstellungsrunde musste jemand aus Müdigkeit ziemlich gähnen. Der Kommentar des Dirigenten: „Schule ist anstrengend, ach nein, Du bist ja schon an der Uni.“ Im weiteren Verlauf dann noch zu einer anderen Spielerin: „Ist es Dir zu hoch?“ Die gute Antwort: „Ich müsste es hinkriegen.“ Worauf dann der Dirigent vorsichtig meinte: “Es klingt noch ein wenig fremdartig.“
Das war der erste Abend in Kleingruppen zum Kennenlernen – spannend, mal mit ganz anderen Musikern zusammenzuspielen.
Nach getaner Arbeit ergab sich dann die Frage für den Abend: Volkstanz oder freie Beschäftigung? Die Antwort lautete fast einstimmig: Freizeit.
Beim Essen und abendlichen Spielen lernte man sich ein wenig näher kennen, es wurde gekartelt oder Werwolf gespielt oder einfach nur geredet.
In den verschieden Gruppen wurde auch etwas über die Hintergründe der Lieder und über die Komponisten berichtet. Schwänke und Tatsachen wechselten sich ab.
Der spontane Ausruf zu Des-Dur, „Ach, das ist ja ne scheiß Tonart“, sorgte für Heiterkeit und verständnisvolles Nicken – zumindest bei einigen.
Auch mit unterschiedlichen Anweisungen zum gleichen Thema von verschiedenen Dirigenten muss man fertig werden, was nicht immer leicht ist: „Hängt Euch nicht an die anderen Spieler. Setzt euch mal auseinander! Ihr sollt alleine spielen lernen“. Und die andere Variante: „Es ist gut, wenn man sich mehrmals die Stücke von guten Spielern anhört, um zu lernen.“
Und noch ein paar Dirigentensprüche: „Bitte knackig spielen“. „Hier müsste noch mehr Dynamik sein, aber wir spielen es nicht nochmal, auch wenn es didaktisch unklug ist. Also weiter im Text und ein weiteres Stück spielen“. Ein überliefertes Zitat: „Das klingt wie Stühle rücken.“
Samstag nach Gruppenproben dann ein gemeinsames Musizieren, es gab fast keine Stühle mehr, um alle unterzubringen, aber irgendwie fand dann doch jeder einen Platz und sei es auf dem Klavierhocker.
Die Francaise mit Erich und Florian am Samstagabend war dann Teil des Abendprogramms. Das war am Anfang nicht ganz einfach, ein wenig kompliziert, Drehung hier, Verbeugung da, Partnerwechsel, Dreh am Platz. Die Lautstärke ließ zu wünschen übrig, nun ja, irgendwie muss ja die Anspannung auch raus. Ein empörter Ausruf: „Nein, Du musst rückwärts“ und „lauter Akademiker“ schallte durch den Raum, aber irgendwie wurde das Ganze dann doch einigermaßen tanzbar. Es gab erst Gerangel, ein Hin und Her, dann löste sich das Ganze, es gab mehr Durchblick. Sind ja auch so fünf Teile. Eine Art schottischer Tanz, von den Jugendlichen initiiert rundete das Ganze ab und brachte viel Spaß. Spät am Abend dann wurde die Francaise wiederholt in einer Reihe, und siehe da, es gelang schon viel besser, lachend grüßten und drehten sich die Tänzer und fanden ihre Partner wieder. Hervorzuheben auch die Musi, unermüdlich blasend, Francaise, Zwiefacher, Walzer, Polka, und das nach einem vollen Probentag!
Eine Menge Organisation war im Vorfeld zu leisten, Gruppeneinteilung, Noten, Räume u. v. m. Es war viel Arbeit und hat wirklich alles gut geklappt. Deshalb ein großes Dankeschön an alle Helfer. Ein Lob natürlich auch an die Dirigenten, mal eben in großer Gruppe, dann wieder in Kleingruppen hin und her zu wechseln und sich auf die verschiedensten Menschen einzustellen.
Regine Böhm-Plättner