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Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn e. V.
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Münchner Merkur, Lk-Süd, 30.01.2013 …,

Luftig tanzt die Tuba

Die Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn begeistert bei ihrem Wunschkonzert mit ordentlich Schwung

Luftig tanzt die Tuba
Luftig tanzt die Tuba

Höhenkirchen-Siegertsbrunn — Mit Harmonien zum Hineinknien verzauberte die Blaskapelle Höhenkirchen Siegertsbrunn in der prallvollen Mehrzweckhalle mit ihrem Neujahrs-Wunschkonzert 2013 sein Publikum. Unter 434 Musiktiteln durften sich erstmals die Zuhörer ihre Lieblings-Hits aussuchen. Es konnte die „Moonlight-Serenade“ von Glenn Miller sein, in deren musikalischen Umarmungen sich die jungen Damen und Herren in einer dieser exotisch schwülsinnlichen Nächte in Höhenkirchen-Siegertsbrunn ihr gegenseitiges Einverständnis zu erkennen gaben. Aber auch der Marsch aus Georges Bizets „Carmen“ dürfte Leidenschaften, die einst in der Opernloge aufflammten, wieder auflodern lassen und ganze Generationen haben sich bei den Songs von Abba ihrer Liebe versichert. In der Gemeinde dürfte es nicht anders gewesen sein.

Festzuhalten ist, dass nicht nur eine hervorragende facettenreiche Programmzusammenstellung per Wunschzettel zusammenkam. Mehr noch, die generationenübergreifenden Musiker hatten sich gewaltigen Herausforderungen zu stellen und natürlich, wie könnte es bei diesem Klangkörper anders sein, bewältigten sie jede Hürde mit Bravour.

Mit dynamischer Differenzierung, strahlendem, aber nicht zu scharfen Klang schwebte Johann Strauß‘ „Kaiserwalzer“ durch die Mehrzweckhalle, beflügelt, als fänden sich Maestro Bernhard Willer und seine Mannschaft im Wiener Redoutensaal. Die Stimmengewichtung innerhalb des Orchesters ist von ausgesuchter Sorgfalt und für die unterschiedlichen Stimmungen, Idiome und Charaktere finden die bei den Dirigenten Konrad Sepp und Bernhard Willer stets leidenschaftlichen und farblich abgestimmten Ausdruck. Das Medley aus dem MusicalDauerbrenner „My Fair Lady“ von Frederick Loewe und Alain Jay Lerner wird in dem wunderbaren Arrangement des englischen Komponisten Richard Rodney Bennett wiedergegeben. Da schwingt bei jedem Takt die Seele mit, wird auf kantable Linienführung geachtet und für sentimentale Übersteigerungen ist kein Platz. Das hat Schwung zupackend, raffiniert und sensationell.

Überhaupt die hinreißenden Bläserarrangements (einige von Konrad Sepp), reißen die Grenzen zwischen Original und Version, polyphoner Substanz und effektvoller Oberfläche ein und Gräben werden mit einem charmanten Augenzwinkern zugeschüttet. Von der Kinoleinwand schleicht sich Henry Mancinis „Pink Panther“, als einer der erfolgreichsten Soundtracks aller Zeiten übers Podium, die Querflöten unterstreichen sein schmiegsam sanftes Tapsen. Bernhard Willer am Klavier könnte mit seiner Version von George Gershwins „I got Rhythm“ den Broadway aufheizen und ist damit in guter Gesellschaft von Perry Corno, Gene Austin, Nat King Cole oder „Frankieboy“. Er ist ein „Crooner“ von Format, beschwingt und mit jugendlichem Sex-Appeal. „Crooning“ erzeugt den Eindruck einer direkten Kommunikation zwischen dem Sänger und dem Hörer, Jazz-Elemente sind zu finden und die Höhenlage muss flexibel sein.

Luftig tanzt die Tuba und im „Gefangenenchor“ von Giuseppe Verdi streift sich das Höhenkirchen-Siegertsbrunner Blasorchester die Züge einer „i banda“ , einer italienischen Kapelle, über. Zum klanglichen Prunkstück gerät der Radetzky-Marsch, was einmal mehr die unzerstörbaren Bande zwischen K&K-Monarchie und dem Königreich Bayern unterstreicht. „Thank you for the music“ jubelt der Abba-Song. Zu Recht.

MANFRED STANKA

 
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