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Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn e. V.
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Münchner Merkur, Lkr. München, 2.7.2013

Ein akustisches Spektakel

Tag der Blasmusik 2013

Blasmusik kann weit mehr als als nur laut und zünftig zu sein. Beim Tag der Blasmusik in Gräfelfing bewiesen das mehr als 300 Musiker der verschiedensten Kapellen aus dem Landkreis München und seinem polnischen Partnerlandkreis Wieliczka. Ein akustisches Spektakel.

VON THOMAS LOCHTE

Gräfelfing – Genau in dem Moment, als Landrätin Johanna Rumschöttel vor den versammelten Blaskapellen und Spielmannszügen den Taktstock hebt, kommt über dem Festplatz die Sonne heraus – wie auf Bestellung:

Beim Tag der Blasmusik 2013„Und erhalte dir die Farben/ Seines Himmels Weiß und Blau.“ Rumschöttel dirigiert auf der Empore nicht die Bayern-Hymne, dafür aber das Lied „Meine Heimat“.

Gräfelfings Bürgermeister Christoph Göbel übernimmt gleich danach energiegeladen den Dirigentenstab: „Bozner Lied“, die inoffizielle Hymne Südtirols. Einige textsichere Patrioten können auch hier fehlerfrei mitsingen.

Zum Tag der Blasmusik bei den Feierlichkeiten zu 1250 Jahren Gräfelfing ist der Auf-marsch von einem guten Dutzend Kapellen nicht nur ein akustisches Spektakel, sondern auch ein optisches, dem Hunderte Zuschauer und fast genauso viele Zaungäste mit Kameras beiwohnen: Paul Kreil, musikalischer Leiter der Blaskapelle Stockdorf, kümmert sich gemeinsam mit Vorstand Klaus Böhler wie ein Parkplatz-Wächter um die Platzierungen der einzelnen Abordnungen vor dem Festzeit, ehe er selber zum Taktstock greift: Es folgen ein geradezu „groovender“ Bayerischer Defiliermarsch und die Bayern-Hymne – sogar ein Rauhaardackel nimmt Haltung an.

Der als erster aufmarschierte Spielmannszug der „Schleißheimer Schloßpfeifer“ hat einen blau-weiß-rot uniformierten Teddy-Bären als Maskottchen mit dabei, Fotoapparate und Kameras werden gezückt.

Kreil hat die erwähnten vier Freiluft-Stücke zuvor problemlos ohne Mikrofon angekündigt: „I glaub, i der-plärr’s!“, sagt er zuversichtlich und behält Recht. Was die Lautstärke angeht, so haben die Böllerschützen klugerweise in einiger Entfernung Aufstellung genommen:

Drei Mal kracht’s vom Ende der Wiese her ordentlich, ehe sich das Geschehen allmählich ins Festzeit verlagert und die weit marschierten Blasmusiker endlich ihr verdientes Bier genießen können.

Die Empore gehört noch für ein paar Momente den Fotografen. Doch den besten Überblick dürften jene Festbesucher gehabt haben, die während des ganzen Tschingderassa hoch droben in 15 Metern Höhe in einem Käfig eines Krans ausharrten.
Nachdem Kind und Kegel, Patrioten und Rauhaardackel den Weg ins Zelt gefunden haben, übernimmt Moderatorin Uschi Sieber auf der Festbühne die Regie. Es folgen Grußworte von Landrätin und Bürgermeister, die vorher einige Zeit brauchen, um an die reservierten Ehren-Tische zu gelangen. Christoph Göbel, Bürgermeister von Gräfelfing und CSU-Landratskandidat, sagt dann aber nichts. Er hat bereits den Dirigenten-Stab sprechen lassen und dort seine ganze Dynamik ausgelebt. Wenn sich draußen doch wieder der Himmel bewölken sollte, kann dies der Jubiläumsstimmung nichts mehr anhaben.

 

 
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