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Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn e. V.
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16. April 2019

Viva Las Vegas! – Umjubeltes Frühjahrskonzert der Blaskapelle

Die Hölle gibt es tatsächlich. Sie heißt Las Vegas und wurde – wie viele glauben – vom Teufel geschaffen. Warum es trotzdem jährlich Millionen Menschen dorthin zieht? Vielleicht weil die Stadt im US-Bundesstaat Nevada nicht nur ein Spieler-El-Dorado und Hort des Lasters, sondern auch ein pulsierendes Zentrum der Kunst, Unterhaltung und Musik ist, das seit Jahrzehnten mit weltweit bekannten Kompositionen gewürdigt wird. Und bisweilen auch zerstört, wie wir noch sehen werden.

Nachwuchsblasorchester mit der Grand Canyon-Suite

Nachwuchsblasorchester mit der Grand Canyon-Suite

Bei ihren beiden Frühjahrskonzerten am 13. und 14. April nahm die Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn die Zuhörer mit auf eine vielfältige musikalische Reise in die Wüstenmetropole – Swing, Soul, Rock’n’Roll und Pop standen diesmal im Mittelpunkt. Durch das Programm führte souverän, launig und nonchalant Bernhard Willer, ganz im Stil der großen Showstars auf den Bühnen der Casinos von Las Vegas. Dabei stand er nach der Pause am Dirigentenpult und griff als versierter Sänger sogar in klassischer Crooner-Tradition zum Mikrofon.

Den ersten Blick auf die Spielerstadt ließ das Nachwuchsblasorchester unter der Leitung von Konrad Sepp das Publikum auf die Stadt werfen – vorerst noch aus der Ferne, nämlich mit der Grand Canyon Suite von Ferde Grofé, die eindringlich in die Tiefen der weltbekannten Schlucht führt. Luis Demetrios eleganter und spritziger Mambo Sway dagegen warf die Zuhörer schon mitten hinein in das Nacht- und Showleben der Casinos.

Technikteam

Technikteam

Zirkusluft ließ den Zuhörer als Nächstes das Jugendblasorchester, ebenfalls unter Konrad Sepp, schnuppern. Die weltbekannte Showmusik des Cirque du Soleil, komponiert von René Dupéré und Benoît Jutras, brachte mehr als einen Hauch von Glamour in die Mehrzweckhalle. Die Filmmusik der James-Bond-Parodie Casino Royale aus der Feder von Burt Bacharach wurde von den Trompetensolisten in Herb-Alpert-Manier gekonnt getragen. Mit dem Samba It Had Better Be Tonight von Henry Mancini verabschiedete sich das Jugendblasorchester und machte den Platz frei für das Große Blasorchester, das nun ebenfalls mit Glamour-Musik aus der Zirkuswelt einstieg: dem Zirkusmarsch Barnum and Bailey’s Favorite.

Kaum jemand hat die Musikszene der letzten 60 Jahre so geprägt wie Produzent, Komponist und Bandleader Quincy Jones. Sein Soul Bossa Nova, inzwischen fast 60 Jahre alt und von ihm angeblich in 20 Minuten komponiert, klingt mit der knackigen Bassposaunen und dem Affengeschrei heute noch so frisch wie damals.

Blues Brothers-Trompeter. Trompeter des Großen Blasorchesters bei "Think"

Blues Brothers-Trompeter. Trompeter des Großen Blasorchesters bei „Think“

Auf die große Showbühne führte Can’t Help Falling in Love vom Las-Vegas-Star schlechthin: Elvis Presley. Jörg Zorenböhmers gefühlvolles Saxofonsolo sorgte für Gänsehaut-Feeling im Stil des King. Weiter ging die Show mit Stücken aus dem Musicalfilm The Greatest Showman, komponiert von Benj Pasek und Justin Paul, bevor das Orchester mit Aretha Franklins Freiheitshymne Think unter der Leitung von Sonja Weese die kürzlich verstorbene Queen of Soul energiegeladen würdigte.

Nach der Pause stieg das Symphonische Blasorchester auf hohem Swing-Niveau ein mit Frank Sinatras The Lady is a Tramp, das Bernhard Willer ganz im Stil des Meisters sang. Das anschließende Count-Basie-Medley war, wie Basie-Fan Willer einräumte, eine Herzensangelegenheit. Nur noch Älteren wird die Titelmusik zur 60er-Jahre-Krimiserie Mannix von Lalo Schifrin im Ohr geklungen haben. Ihr Drive mit den Solisten Sonja und Bernhard Knüpfer an Saxofon und Trompete dagegen ist zeitlos.

Seine Hassliebe zu Las Vegas thematisierte Eric Whitacre mit dem überdrehten Godzilla Eats Las Vegas!, in dem der Komponist die Stadt musikalisch verwüstete und wieder auferstehen ließ. Selbst das Publikum musste einige Geräusche zu dieser Kurzfassung eines Katastrophenfilms beisteuern, die von Regieanweisungen auf der Leinwand verständlich gemacht wurde und den nicht unberechtigten Verdacht aufkommen ließ, der Komponist sei wohl nicht mehr ganz nüchtern gewesen.

Gesangseinlage von Bernhard Willer

Gesangseinlage von Bernhard Willer

Mit Heartache Tonight der Eagles beschlossen das Blasorchester mit Sonja Weese und Bernhard Willer als Duettpartner die Tour de Force durch die Stadt der Sünde außergewöhnlich rockig. Nach der Zugabe, mit der das Orchester Las Vegas den Rücken kehrte und musikalisch ins nicht minder pulsierende New York, New York flüchtete, würdigte das begeisterte Publikum im zweimal ausverkauften Haus die Musiker unter der Leitung von „Showmaster“ Willer mit stehenden Ovationen.

 
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