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Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn e. V.
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Ensemblekonzert – „Warme Klänge zur kalten Jahreszeit“

Am 1. Feburar 2026 lud die Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn zu einem Winterkonzert „Warme Klänge zur kalten Jahreszeit“ in die Kreuz-Christi-Kirche ein.

Dazu hatten zwei Ensembles, das Junge Blechbläserensemble und ein gemischtes Holzbläserensemble ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Junges Blechbläserensemble

Den Hauptanteil übernahmen die elf Blechbläser. Sie wurden 2017 aus jüngeren Orchestermusizierenden von Konrad Sepp formiert und sind seitdem zu einem größeren Ensemble angewachsen. Das Programm erarbeiten sie in Eigenarbeit vor allem an Wochenenden und auf dem Probenwochenende. Unterstützt wurden sie beim Feinschliff von Alexander Boruvka, Hornist im Orchester des Gärtnerplatztheaters und Lukas Rüdisser.

Erich Sepp leitet das HBE.

Das Holzbläserensemble formierte sich in dieser Zusammensetzung nach einem Probenwochenende, und erarbeitete das Konzertprogramm mit Erich Sepp, der zwei der drei Stücke selbst nach traditionellen Stücken komponierte und für diese Besetzung neu arrangierte.

Für die Eröffnung wurden zwei barocke Stücke gewählt. Henry Purcells “Trumpet Tune and Air”. Diese Trompetenstücke wurden zu ihrer Entstehungszeit gerne für den Beginn von Konzerten gewählt, um sich mit der Trompetenstimme gegen ein schwätzendes Publikum durchzusetzen.

Von Tomaso Albinoni wurde die bekannte „Sonate San Marco“ gewählt, die im venezianischen Barockstil für Violine und Basso Continuo komponiert wurde. Es vereint einen festlichen Charakter, aber auch Spielfreude in den vier Sätzen.

Es übernahm das Holzbläserensemble mit der „Overture for Woodwinds“ des zeitgenössischen Komponisten Philipp Sparke. Dieses Konzertstück lebt von klaren Motiven, lebhafter Rhythmik und einem ständigen Dialog zwischen den verschiedenen Holzbläserstimmen. Mal treten einzelne Instrumente solistisch hervor, mal verschmelzen sie zu einem farbigen Gesamtklang.

Gemischtes Holzbläserensemble

Es folgte eine „Sonate“ von Daniel Speer, das ursprünglich vierstimmig für Zink und Alt-, Tenor- und Bass-Posaune besetzt war. Der Zink ist ein historisches Grifflochblasinstrument aus Holz oder Elfenbein mit einem Kesselmundstück und ersetzte bei den Stadtmusiken als melodieführendes Instrument die Naturtrompete. Es wurde von Erich Sepp eindrucksvoll in die moderne Besetzung übertragen.

Die „Pastorale aus Biberach“ gehört immer noch zum aktuellen Musikleben in Biberach an der Riß, wo sie besonders in der Weihnachtszeit auf verschiedenen Plätzen in der Stadt von Bläsergruppen gespielt wird. Erich Sepp hat anhand einer Fassung für Orgel aus Anlass des Kammermusikwochenendes der Blaskapelle eine Fassung für Holzbläserensemble arrangiert.

In der „Sonate pian’e forte“ von Giovanni Gabrieli, einem für die doppelchörige Kirchenmusik komponierten Instrumentalstück, überzeugten die Blechbläser mit klarer und präziser Abstimmung. Sie nutzen den Kirchenraum mit der Empore zu einem eindrucksvollen Gesamtklang.

Tobias Sagner als Solist bei Nessun Dorma

Puccinis „Nessuno Dorma“, die zentrale Arie aus der Oper Turandot und deren eindrucksvolle Stimme arrangiert für die Soloposaune, gespielt von Tobias Sagner, brachte die Überzeugung und Hoffnung auf einen erfolgreichen Ausgang der Werbung um die Prinzessin.

Nach der Pause wurde das Publikum durch die im Kanon spielenden Bläser, die in einer lockeren Formation einzogen, zum Mitsingen des „Bruder Jakob“ aufgefordert, die von der bekannten Fassung in die konzertane Fassung von John Iveson überleitete.

Der zweite Teil des Konzerts gehörte zeitgenössischen Stücken. Chris Hazells „Three Brass Cats“ vertonte die Charaktere seiner drei Kater. Der eine ist mehr gemütlich pummelig im Ragtime, der zweite verspielte und frech, und der dritte ein aristokratischer Kater. Die vierte Katze, Kraken, als einziges weibliche Tier, wurde in der Zugabe „Another Cat“ präsentiert, als dominanteste der Tiere in einem frechen Fugato.

Das aus vielen Coverversionen bekannte „Puttin on the Ritz“ von Irvin Berlin wurde in der Blechbläserfassung von Stephen Roberts präsentiert.

Die fünf Sätze in „Airs and Atmospheres“ von Derek Bourgeois brachten geheimnisvolle, kräftige, geistvolle, aber auch spannungsreiche und emotionsgeladene Stimmungen hervor. Jeder Satz beschrieb eine eigene Klangwelt, die Spannung in „Doldrums“ war körperlich zu spüren und löste sich im letzten Satz in einer befreienden Energie auf.

Zum Abschluss bildete „Beethoven’s Fifth als Bossa Nova und Swing“ Fassung von Terence Greaves einen beschwingten Ausklang, in dem es noch einmal die Fröhlichkeit und Leichtigkeit eines Bassensembles zurückbrachte.

JBE

Nach über 90 Minuten Spielprogramm bedankte sich das Publikum mit ausgiebigem Applaus für ein facettenreiches Konzert, das eine breites Musikspektrum bot und alle Sinne ansprach. Die evangelische Kirche erlaubte die Nähe zu den Musikern. Der Raum brachte die Klangfarben besonders zur Geltung. Die kurzen, humorvollen Einführungen zu den Werken zogen die Zuhörer in ihren Bann.

Insgesamt zeigte in diesem Konzert die Jungen und Junggebliebenen Musiker eine spannende Bandbreite musikalischen Könnens, von ernsteren Epochen bis zu schwungvollen Rhythmen. In einem kleinen, feinen Rahmen und mit Ideenreichtum bei der Erstellung und Umsetzung war dies eine besonderes Erlebnis.

Johanna Grillhösl

 
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