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Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn e. V.
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Münchner Merkur, Landreis Süd, 6./7. Juli 2012

Talente auf dem Siegertreppchen

Zwei Bundespreisträger beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ aus dem Landkreis schildern ihre große Freude

Von Manfred Stanka

Landkreis – Ganz oben auf dem Siegertreppchen beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ stehen auch zwei junge Musiker aus dem Landkreis. Die 16-jährige Zitherspielerin Claudia Höpfl aus Höhenkirchen und der 13-jährige Posaunist Kilian Kiemer aus Aying.

Die beiden als Nachwuchstalente zu bezeichnen, wäre zu tief gestapelt: Es präsentieren sich zwei junge Künstler, die eine außerordentlich strenge Jury überzeugten, deren Ohrgänge jeglichen, kaum wahrnehmbaren Misston unerbittlich registrierte. Und so holten sich Claudia Höpfl und Kilian Kiemer ohne erkennbares Lampenfieber in Stuttgart einen heiß begehrten ersten Preis in ihrer Kategorie und Altersgruppe.

Die Posaune im Instrumentenkoffer und die ganze Familie im Gepäck, zog Kilian in die baden-württembergische Landeshaupstadt und wagte den Sprung auf das schwäbische Podest. Ein öffentliches Podium ist ihm nicht fremd, schließlich war er einer der „Blechquinten“ , die sich als Blechbläserquintett beim Bayerischen Landeswettbewerb von „Jugend musiziert“ im Garmisch-Partenkirchen souverän mit einem gemeinsamen ersten Preis eindeckten.

Aber als erstmals Soli einsam gemeistert werden mussten, war die Situation wieder eine andere, und sie verlangte Mut und strapazierfähige Nerven. Der Bub agierte fulminant mit warmen, weichen Klangfacetten und einer bewundernswerten Technik. Daraufhin war eine der angesehensten Auszeichnungen in der musikalischen Nachwuchspflege nur angemessen. Allerdings mussten Vater Klaus Kiemer und Filius sich noch lange zähe Stunden gedulden, bis das Ergebnis bekannt gegeben wurde. „Da war der Kilian doch aufgeregt“, erzählt der Papa. Dieser selbst war es aber auch. Eigentlich ist die Ayinger Familie ja mit allen Facetten im Konzertbetrieb vollkommen vertraut. Der Großvater war ein lyrischer Bass mit gewaltigem Stimmkaliber. Nach Hans Kiemer streckten die Opernhäuser in Salzburg, Wiesbaden und weiter weg ihre Finger aus. Denn dieser Wagner-Wotan, dieser Hans Sachs und Barak in Richard Strauss‘ „Die Frau ohne Schatten“ sang wortgenau und trotzdem mit prächtig ausladender Stimme. Der Opa war auf Tournee, die Schwester lernte Geige und der junge Posaunist wurde mit den Grundlagen des Spiels in der Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn vertraut. Hans Profana, der Erste Solo-Posaunist beim weltberühmten Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, erkannte sofort das Talent des Eleven und nahm ihn in seine Klasse auf.

Und wenn der Kilian im Orchester den Bläserchor bei Anton Bruckner oder Richard Wagner mit eröffnet und ein Klanggebirge auftürmt gibt es etwas Schöneres? Übrigens, am Samstag, 16.Jjuni, um 19.30 Uhr wird Kilian Kiemer im Theater Bad Reichenhall im Preisträgerkonzert zu hören sein.

Auf keine Zitterpartie musste sich Claudia Höpfl einlassen. Mit ihren gerade mal 16 Jahren darf sie schon als eine „Veteranin“ des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ gelten. Bereits mit zehn Jahren stellte sie sich den Preisrichtern beim Regionalwettbewerb in Grünwald und siegte auf ganzer Linie. Als „Glücksfall“ bezeichnet Claudia ihre Zitherlehrerin Petra Hamberger vom Höhenkirchner Musikprojekt. Bei ihr erhielt sie mit sieben Jahren den ersten Unterricht. Die Preisträgerurkunden auch anderer Talentausscheidungen stapeln sich bei der Hochbegabten, und natürlich strebt das Mädchen ein Musikstudium an. Vom Dreigesang am häuslichen Herd – als erste Weichenstellung – über zahlreiche Etappentriumphe ist sie jetzt am vorläufigen Ziel angekommen und im Besitz eines Stipendiums an der Münchner Hochschule für Musik und Theater. Zu hören ist die Preisträgerin am Samstag, 4. August, mit dem Leonhardi-Ensemble in Höhenkirchen.

 

 
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