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Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn e. V.
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02. November 2019

Der mit den Bildern musiziert…

Eine Einstimmung auf die Adventskonzerte

Ortstermin Tobias Melle 2019

Hans Kremser (links) und Konrad Sepp (rechts) trafen sich mit Tobias Melle (mitte) in der Mehrzweckhalle, um weitere Details für das Adventskonzert zu besprechen.

Tobias Melle, Cellist und Fotograf, begeistert seit 1994 mit seinen „Sinfonien in Bildern“ die Besucher in vielen großen Konzertsälen und nun also – welch ein Ereignis! – in der Mehrzweckhalle Höhenkirchen mit seiner Projektion zu Dvořáks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“.
Bei einem Ortstermin(Foto) besprach Tobias Melle mit dem Techniker der Blaskapelle, Hans Kremser, und ihrem musikalischen Leiter, Konrad Sepp, den Bühnenaufbau, die Größe und Position der Leinwand sowie die umfangreichen technischen Einrichtungen.
Anschließend war Gelegenheit zu einem Gespräch.

 

>BK: Herr Melle, was war in Ihrem Leben zuerst: Musik oder Fotografie?

>TM:  Als Kind spielte ich zunächst sogar recht gut Blockflöte, mit 12 Jahren dann Cello. Gleichzeitig begann ich zu fotografieren und unterschied sehr bald zwischen guten und schlechten Fotos.

>BK: Was für berufliche Stationen gab es in Ihrem Leben?

>TM: Ein Maschinenbaustudium – aber bald ging es endgültig um die Musik, in verschiedenen Orchestern und Ensembles, parallel dazu machte ich Fernreisen mit Fahrrad und Kamera.

>BK: Und die Idee zur „Sinfonie in  Bildern“?

>TM: Die ergab sich allmählich aus einem Abenteuer-Dia-Vortrag mit Fotos von einer mehrmonatigen USA-Radtour.  Punktuell habe ich dabei eine musikalische Untermalung verwendet, habe später Musik (vom Band) und Bild synchronisiert, um „die Musik abzubilden“. Ein Riesenerfolg! 1994 kam es dann zur ersten Aufführung der Dvořák-Sinfonie mit dem Münchner Jugendorchester.

>BK: Die Kombination Musik/Bild wird manchmal auch abgelehnt, weil das Bild die Musik dominiert.

>TM: Erstens: Die Musik ist ja viel mehr als ein Hintergrund für das Bild. Viele Menschen sind visuell eingestellt, dadurch führt das Bild oft sogar Besucher, die der Musik eigentlich fern stehen, zur Musik hin. Manche kaufen danach sogar eine CD. Zweitens: Das Bild unterstützt die Emotion und macht die Musik noch mehr erlebbar. Sie wird nicht wie manche berühmte Musik als Filmmusik oder Soundtrack missbraucht. Das Bild dient vielmehr als eine zusätzliche Stimme.

>BK: Wie entsteht eine Bildprojektion?

>TM: Am Anfang steht die Entscheidung für eine Sinfonie, dann entsteht ein Fundus an Fotos. Der künstlerische Moment tritt ein, wenn die Musik den Fotoblick lenkt. Aus ca. 10.000 Fotos werden so 400-500 ausgewählt. Für den Dvořák bin ich noch einmal monatelang  durch andere Gebiete der USA geradelt und habe zu einzelnen Sätzen gezielt nach Motiven gesucht. Ca. zwei Jahre dauert die Vorbereitung für eine Sinfonie, ein Jahr dann die Feinarbeit an der Partitur.

>BK: Wie klappt die Zusammenarbeit mit den Dirigenten?

>TM: Da gibt es gewaltige Unterschiede in der Interpretation, ich muss mich bei der Überblendung anpassen, bin deshalb auch bei Proben dabei. Manchmal habe ich bis zu 20 Fassungen von einer Produktion.

>BK: Kann es auch Pannen geben?

>TM: Seit der Digitaltechnik nicht mehr. Früher streikte manchmal einer der beiden Dia-Projektoren… Katastrophe!

>BK: Und im Dezember arbeiten Sie zum ersten Mal in einer Mehrzweckhalle?

>TM: Warum nicht? Ja, ich kenne bisher hauptsächlich die großen und oft berühmten Konzertsäle: den Gasteig natürlich, aber neben vielen anderen auch die Liederhalle in Stuttgart, die Alte Oper in Frankfurt, die Philharmonie Essen,  das Gewandhaus Leipzig, das KKL in Luzern, dann auch in den USA die großen Konzertsäle in Houston, Buffalo oder Indianapolis und manche andere.

>BK: Und auch erstmals mit einem Blasorchester?

>TM: Die Idee kam vor Jahren bei der gemeinsamen „klassischen“ Orchesterarbeit mit Konrad Sepp und Maresa Demmel. Ich bin wahnsinnig gespannt und freue mich ganz einfach darauf, denn ich bin immer ganz Musiker.

Mein Instrument ist die Projektion,
meine Töne sind die Bilder!

 >BK: Auch wir alle freuen uns! Herr Melle, herzlichen Dank!

 
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